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Kommen die kassenlosen Stores bald?

Bezahlen ohne lange an der Kasse Schlange stehen zu müssen – ein Traum für viele Kunden. Doch nicht jeder sieht das „kassenlose“ Einkaufen positiv. Österreich ist ein Land der Barzahler. Doch auch hier ist der kassenlose Store auf dem Vormarsch. Aber wird er die gute alte Bezahlkasse vollkommen verdrängen? Lesen Sie hier, wie weit die Technik aktuell ist und was auf Einzelhändler und Kunden zukommt.

Einzelhandel Smartphone Wallet panuwat phimpha/Shutterstock.com

Unaufhaltsamer Fortschritt – kassenloses Bezahlen ist keine Ausnahme mehr

Das kassenlose Bezahlen ist längst keine Zukunftsvision mehr, sondern bereits Realität. Zugegeben, in Österreich tun sich die meisten Geschäfte bisher noch schwer damit. In anderen Teilen der Welt ist das kassenlose Geschäft bereits mehr und mehr Alltag. In China zum Beispiel im Alibaba-Store „Tao Cafe“. Kunden müssen vor dem Betreten eine App heruntergeladen und werden dann an der Eingangstür registriert. Dabei wird auch das Gesicht erkennt. Nachdem alle gewünschten Produkte ausgewählt wurden, gehen Kunden durch eine Bezahltür.

Etwas anders funktioniert das kassenlose Bezahlen bei Amazon. Schon 2016 gab es den ersten Amazon Go-Store und das Unternehmen plant in den nächsten Jahren eine gewaltige Offensive. Bei dem Online-Giganten funktioniert das Ganze ohne Gesichtserkennung. Stattdessen gibt es überall im Laden Kameras und Sensoren. Der Kaufpreis für die Produkte wird beim Verlassen des Ladens automatisch vom Nutzerkonto abgebucht.

Kunden sind bisher recht zufrieden. Bei einem Fehler wird das Geld unkompliziert erstattet. Noch funktioniert das Konzept nicht ganz fehlerfrei, aber an technischen Problemen wird gearbeitet. Zu viele Kunden zur selben Zeit bringen die Technik ordentlich durcheinander, allzu ähnliche Produkte wurden zum Teil verwechselt. Auch kam es anfangs am Eingang zu langen Wartezeiten während der Registrierung der Kunden.

Völlig ohne Mitarbeiter funktionieren diese kassenlosen Geschäfte dennoch nicht. Angestellte füllen die Regale auf, bereiten Convenience-Gerichte vor oder achten beim Verkauf von Alkohol und Zigaretten auf den Jugendschutz.

Erste erfolgreiche Versuche in Österreich und Deutschland

Wer denkt, das bargeldlose Bezahlen beschränke sich derzeit auf Asien oder die USA, der irrt. In Innsbruck testete Saturn/Mediamarkt bereits einen Pop-Up-Store mit einem kassenlosen Bezahlsystem. Nach Unternehmensangaben äußerten sich 85 Prozent der Kunden positiv. Die Technik funktionierte hier offenbar wesentlich besser. Vor dem Kauf musste eine App installiert werden. Bezahlt wurde dann direkt am Regal, sobald das Produkt ausgewählt wurde. Die Diebstahlsicherung wurde nach Abschluss des Bezahlvorgangs entfernt und die Kunden konnten den Laden ohne Wartezeit verlassen.

Auch die Adolf Würth GmbH & Co KG im deutschen Vöhringen hat ein technisch gut funktionierendes System installiert. Der kassenlose Markt für Montagematerialien ist sogar 24 Stunden am Tag geöffnet. Kunden scannen den QR-Code der Waren einfach selbst ein.

Was sind die Vor- und Nachteile kassenloser Stores?

Es gehen nicht alle, aber vielleicht doch einige Arbeitsplätze verloren, wenn kassenlose Geschäfte irgendwann zum Standard werden. Neben einigen anderen Nachteilen hat das Bezahlen ohne Kasse jedoch auch zahlreiche Vorteile. Das Schlange stehen an der Kasse fällt beispielsweise weg. Viele Systeme erfassen die gekauften Produkte automatisch und die Kunden können den Laden einfach verlassen, wenn sie alles zusammen haben.

Sehen Sie im Folgenden, welche Vor- und Nachteile das kassenlose Bezahlen für Einzelhändler und Kunden hat:

Vorteile kassenloser Stores Nachteile kassenloser Stores
  • Kein langes Schlange stehen für die Kunden
  • Geschäft kann Kassenpersonal sparen oder dieses für Service und Beratung einsetzen
  • Schnelles und unkompliziertes Einkaufen
  • Es stehen zahlreiche Kundendaten zur Verfügung, die für Marketingzwecke ausgewertet werden können
  • Von technikaffinen Kunden gerne genutzt
  • 24-Stunden Öffnung leichter möglich, da auf Mitarbeiter verzichtet werden kann
  • Kunden können ihre eigenen Käufe detailliert nachvollziehen
  • Technik ist kostspielig
  • Es kann zu technischen Fehlern kommen
  • Ältere oder wenig technikbegeisterte Menschen könnten Probleme bekommen und lieber woanders einkaufen
  • Keine Barzahlung möglich – vor allem für ältere Kunden ein Problem
  • Es werden viele Daten erfasst, teilweise wird sogar das Gesicht gescannt
  • Es fallen eventuell Arbeitsplätze weg

Was kostet die Technik?

Die meisten größeren Ketten arbeiten momentan mit individuellen Lösungen, die recht komplex und dadurch kostenintensiv sind. Völlig fehlerfrei arbeiten sie trotzdem nicht.

Wesentlich preiswerter und auch für kleine Händler bezahlbar sind Bezahl-Apps, die von mehreren Händlern genutzt werden können. Ein Beispiel dafür ist die BuyBye-App des Bad Hersfelder Systemhauses Höltl Retail Solutions. Kunden müssen nur die App auf ihr Smartphone laden. In allen teilnehmenden Läden können Sie dann die gewünschten Produkte einscannen und auf verschiedene Arten bezahlen. PayPal, PayDirekt, Kreditkarte, SEPA-Lastschrift oder sogar die Zahlung auf Rechnung oder in bar sind möglich.

Händler benötigen zusätzlich einen Desktop-PC oder ein Notebook, jedoch keinen separaten Server. Das System ist daher preiswert und bringt den Vorteil mit sich, dass Händler auf eine große Menge an Kundendaten zugreifen können.

Für Kunden ist diese Art der Bezahlung angenehm, weil sie zwischen verschiedenen Bezahlarten wählen können und nicht zwangsweise alles über ihr „Amazon“-Konto bezahlen müssen. Zudem können Sie die App in allen teilnehmenden Stores nutzen.

Fazit: Kassenlose Stores kommen bald – ganz ohne Kasse geht es aber noch nicht

Kassenlose Bezahlsysteme sind dabei, den Kinderschuhen zu entwachsen und sie versprechen äußerst erfolgreich zu werden. Vor allem jüngere und technikbegeisterte Käufer bezahlen schließlich auch heute schon gerne per Karte oder sogar mit dem Smartphone, beispielsweise über ihr PayPal-Konto. Die Waren dann auch noch selbst einzuscannen, sofern überhaupt nötig, ist da nur ein weiterer logischer Schritt. Viele werden gerne davon Gebrauch machen.

Doch noch gibt es vor allem in Österreich viele Menschen, die schon dem bargeldlosen Zahlen skeptisch gegenüberstehen. Kassenlose Systeme würden sie vermutlich erst recht ablehnen oder gar nicht verstehen. Für die ältere Generation wird es sicher noch längere Zeit Geschäfte mit Kasse geben. Doch davon abgesehen stellt sich nicht die Frage, ob kassenlose Stores kommen, sondern nur wann und wo.

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